Der von Linguisten und Historikern erforschte Welche-Dialekt wird heute hauptsächlich von älteren Generationen gesprochen. Doch im Villé-Tal, wie auch in anderen Teilen der Vogesen, ist das Interesse an dieser Sprache, die auf einer langen mündlichen Tradition beruht, in den letzten Jahren wieder gestiegen. Als Ausdruck von Identität und Erinnerung verbindet sie weiterhin all jene, die sie bewahren und weitergeben möchten.
Welcher Dialekt ist das?
Der Dialekt von Welche ist eine romanische Sprache, die auf der elsässischen Seite der mittleren Vogesen gesprochen wird. Man findet ihn in mehreren angrenzenden Tälern, insbesondere im Bruchetal, im Villétal, im Sainte-Marie-aux-Mines-Tal und im Weisstal, sowie in einigen Gemeinden des Sundgaus. Er stammt hauptsächlich vom Lateinischen ab und zeichnet sich durch einen reichen Wortschatz und eine präzise Grammatik aus, die vorwiegend mündlich überliefert wird.
Ursprünge und sprachliche Identität
Der Begriff „welche“ stammt von dem alten Wort ab wahlDer Begriff „Latein“ bezeichnete Bevölkerungsgruppen, die Latein oder davon abgeleitete Sprachen sprachen. Diese Wurzel findet sich in Namen wie Wallonisch, Wallis und Wales. Lange Zeit in der französischen Literatur des 18. Jahrhunderts abwertend verwendet, gilt der Begriff heute als veraltet. Im Elsass hat er sich jedoch in einigen Familiennamen und Ortsnamen erhalten und zeugt so von seinen historischen Wurzeln.
Dialekte im Villé-Tal
Allein im Villé-Tal lassen sich mehrere Varianten des Welche-Dialekts unterscheiden. Der Steige-Dialekt weist eine typisch vogesische Phonologie mit offenen Nasallauten auf. Die Dialekte von Urbeis, Fouchy, Lalaye und Breitenau teilen einen gemeinsamen Akzent mit einigen lokalen Abweichungen. Diese Unterschiede tragen zur sprachlichen Vielfalt der Region bei und stärken das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer gemeinsamen Kultur.
Die Stimme des Patois
„Ich hörte den lokalen Dialekt schon, bevor ich Französisch sprach. Es war die Sprache des Hauses, des Dorfes, der Ältesten.“
Dieses Zeugnis verdeutlicht die zentrale Bedeutung, die dieser Dialekt einst im Alltag einnahm. Nach und nach in den Schulen verboten und als Hindernis für den schulischen Erfolg angesehen, ging er über Generationen hinweg zurück, verschwand jedoch nicht vollständig.
Um die Sprache wiederzubeleben
Seit 1997 treffen sich die Bewohner des Villé-Tals regelmäßig zu Dialektgesprächen in den Dorfgasthäusern. Diese Treffen ermöglichen es den Dialektsprechern, Ideen auszutauschen, ihr Wissen zu teilen und ein wertvolles sprachliches Erbe zu bewahren. Die Treffen sind für alle offen und bringen mittlerweile Teilnehmer jeden Alters zusammen, manchmal auch von weit her. Sie spielen eine wichtige Rolle beim Erhalt und der Förderung des Welche-Dialekts. Neben diesen informellen Gesprächen finden auch „Loures“-Abende (Treffen) statt, die ein breiteres Publikum anziehen und 100 bis 200 Menschen zusammenbringen, die sich der Sprache und der mündlichen Überlieferung widmen.
Wie liest man den Welchen Dialekt?
Um das Verständnis dieser vorwiegend gesprochenen Sprache zu erleichtern, können einige einfache Regeln die Aussprache annähern. Der Buchstabe „h“ wird immer ausgesprochen, und es gibt keine stummen Konsonanten: Jeder Endkonsonant ist hörbar. Der „oo“-Laut wird häufig durch „w“ ersetzt, während „ill“ zu „y“ wird. Der Zirkumflex kennzeichnet einen langen Vokal.
Im Welche-Dialekt spielt die Vokalaussprache eine grundlegende Rolle und kann die Bedeutung eines Wortes völlig verändern. Einige Beispiele verdeutlichen diese Feinheit:
lo bedeutet "der", lau " Dort ", die Auw "Wasser", lo bô bezieht sich auf Holz oder Wald, lo fô der Wahnsinnige, während der Fal entspricht der Sense.
Patois | Französisch | Aussprache |
Qman gerettet? | Wie gehts ? | K-Man rettete |
Gespeichert von bin-ye | a va bien | Gespeichert von bin-ye |
Danke, Brauman. | Vielen Dank | Danke, Brauman. |
Haublé | Vortrag | Haublé |
Chin-ye | Hund | Chin-ye |
Sau do bô | Es ist Holz | Sau do bô |
Eine Sprache, die Generationen überdauert
Der Welche-Dialekt ist nicht nur eine Sprache der Vergangenheit. Er bildet ein Bindeglied zwischen den Generationen, ein starkes Identitätsmerkmal und ein lebendiges kulturelles Erbe, das das Villé-Tal durch Worte, Begegnungen und das kollektive Gedächtnis weiterhin zum Ausdruck bringt.